PolitCamp 2011 in Bonn #pc11 #fazit – Teil 1

Natürlich war es toll, mal wieder im Wasserwerk zu sein. Ganz schön klein. Ein historischer Ort. Die organisierten Panels waren mehr oder weniger “normale” Politik-Veranstaltungen. Teilweise durchaus interessant.

Super fand ich die twitterwall. Eine echte Innovation für Veranstaltungen jedweder Art. Und ich habe auch was gelernt: Das Netz ist nicht nur ein Medium, sondern ein Lebensraum.

Das Format Barcamp hat mich überzeugt.

[weiterlesen ...]

Topthemen

Schmidt: Wirtschaftswissenschaft in Schande

“Weil es aber keine verbindliche Ordnung der Weltmärkte gibt, sind weitere globale Wirtschaftskrisen eher wahrscheinlich. Es macht keinen Sinn, zu meinen, dies sei ein Feld, das man der Politik überlassen sollte. Denn die Politiker verstehen davon noch weniger als die Wissenschaftler. Die ökonomische Wissenschaft weltweit hat sich schon seit Mitte der 1990er Jahre nicht mit Ruhm, sondern eher mit Schande bedeckt. John Maynard Keynes war so ziemlich der Letzte, der ein globales Konzept entwickelt hat. Aber wer oder welches Team versucht einen neuen Ansatz?”

Falsche Ausrichtung der BWL-Studiengänge in Deutschland Falsche Ausrichtung der BWL-Studiengänge in Deutschland

BWL-Studenten werden konsequent auf Kostensenkung getrimmt. In einer Stichprobe mit vier Universitäten und drei Fachhochschulen fällt einem sofort auf: Kundenorientierung kommt höchstens als Randerscheinung vor. Die Hochschulen sind so mitverantwortlich für falsches Handeln vieler Unternehmen, die Tag für Tag nur an die Kostenreduzierung denken – nicht aber an die Erhöhung ihrer Einnahmen. Denn: Die Grundlage allen wirtschaftlichen Handels ist die ökonomische Bedingung der Ökonomie: e > a, die Einnahmen müssen größer als die Ausgaben sein.

Die Kunden in den Mittelpunkt stellen Die Kunden in den Mittelpunkt stellen

Der Kunde ist die wichtigste Ressource des Unternehmens. Ohne Kunden kann es kein Wachstum geben. Deswegen muss man ihn in den Mittelpunkt stellen und das Unternehmen von diesem Ausgangspunkt aus organisieren. Damit in den Unternehmen ein solches Umdenken stattfinden kann, ist es notwendig, dass die verschiedenen Abteilungen zusammenarbeiten. Vertrieb, Service und Marketing haben täglich mit dem Kunden zu tun und müssen sich deswegen in gemeinsamen Prozessen organisieren.

Wachstumspotenzial wird nicht genutzt Wachstumspotenzial wird nicht genutzt

Als Hersteller der WICE CRM-Groupware beobachten wir seit Jahren das wirtschaftliche Verhalten von Unternehmen. Kaum ein Unternehmen wagt noch einen Blick über den Tellerrand. Der Blick der Entscheider ist nur nach innen gerichtet, immer auf der Suche nach den Mitteln der größtmöglichen Kostenreduzierung. Das Finanzcontrolling beherrscht Budget- und Investitionsentscheidungen. Zwar ist es notwendig, die Kostenseite immer im Blick zu haben, aber: Das bringt kein Wachstum.

Musik

Stand by me – Playing for Change Stand by me – Playing for Change

Als vor einigen Jahren ein Musikproduzent einen Strassenmusiker “Stand by me” performen hörte, inspirierte ihn dies zu einer ungewöhnlichen Idee. Er rief mit einigen Freunden das Projekt „Playing for Change“ ins Leben – ein weltverbindendes musikalisches Projekt: Mit einem fahrenden Musikstudio nahmen sie nach und nach Strassenmusiker aus aller Welt auf. So schufen sie ein berührendes Plädoyer für ein gemeinsames Miteinander, vermittelt durch die Sprache, die alle Menschen verstehen – die Sprache der Musik.

La Vigie: Geheimtipp für Jazz-Liebhaber La Vigie: Geheimtipp für Jazz-Liebhaber

Die Villa La Vigie in Monte Carlo scheint ein magischer Ort zu sein. Jedenfalls hat sie meinen alten Freund, Edgar Bach, zu der Komposition “La Vigie” inspiriert. Edgar Bach ist Jazzer und Multiinstrumentalist. Ausserdem kann er hervorragend mit modernen DAWs (Digital Audio Workstation) wie Cubas oder Logic umgehen. Wer mit Jazz, mit Musik von Pat Metheny oder Keith Jarrett etwas anfangen kann und sich auch mal die Zeit nimmt, ein 22-minütiges Stück in Ruhe anzuhören, wird wahrscheinlich nachvollziehen können, wenn ich behaupte: Das ist erste Sahne.

Politik

PolitCamp 2011 in Bonn #pc11 #fazit – Teil 1 PolitCamp 2011 in Bonn #pc11 #fazit – Teil 1

Natürlich war es toll, mal wieder im Wasserwerk zu sein. Ganz schön klein. Ein historischer Ort. Die organisierten Panels waren mehr oder weniger “normale” Politik-Veranstaltungen. Teilweise durchaus interessant.

Super fand ich die twitterwall. Eine echte Innovation für Veranstaltungen jedweder Art. Und ich habe auch was gelernt: Das Netz ist nicht nur ein Medium, sondern ein Lebensraum.

Das Format Barcamp hat mich überzeugt.

Bert Brecht wäre heute ein Netzaktivist Bert Brecht wäre heute ein Netzaktivist

Was Bertolt Brecht in seiner Radiotheorie (1927 und 1932) forderte, erklärt treffend den qualitativen Unterschied zwischen Rundfunk und Internet : “Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.”

Wirtschaft

Wirtschaft oder Wissenschaft in Schande? Wirtschaft oder Wissenschaft in Schande?

Hat die Max-Planck-Gesellschaft die Festrede Helmut Schmidts zum Jubiläum 100 Jahre Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, dem Vorläufer der Max-Planck-Gesellschaft, im nachhinein manipuliert? Laut Rede-Niederschrift aus der Zeit, sieht Schmidt die ökonomische Wissenschaft in Schande. Keynes sei der letzte Ökonom mit einem globalen Konzept gewesen. Bei der MPG ist die ökonomische Wirtschaft in Schande. Von John Maynard Keynes ist keine Rede mehr.

Gastkommentar auf dowjones.de Gastkommentar auf dowjones.de

Ein Gastkommentar von mir wurde auf dowjones.de veröffentlicht. Meine Kritik liegt in der ökonomischen Bedingung und grundlegenden Optimierungsaufgabe der Ökonomie begründet: e>a, Einnahmen größer Ausgaben. An dieser Ungleichung orientiert sich jedes Unternehmen, denn wer es nicht schafft, mehr einzunehmen, als er ausgibt, kann am Markt nicht überleben. Merkwürdig erscheint es mir jedoch, dass das „e“, die eindeutig wichtigere Variable, immer mehr aus dem Fokus des unternehmerischen Handelns verschwindet. Im Alltag geht der Blick der Entscheider auf das „a“, auf die größtmögliche Reduzierung der Kosten.